Der "Weg der Erinnerungen und der Kameradschaft"

Der ganz Ljubljana umkreisende "Weg der Erinnerungen und der Kameradschaft" ist einer gesunden Lebensweise und dem geschichtlichen Gedenken gewidmet.

Der 35 km lange Spazier- und Trimmweg verläuft dort, wo während des Zweiten Weltkriegs ein Stacheldrahtzaun die Stadt umschloss. Er ist in erster Linie für Wanderer und Läufer bestimmt, aber auch Radfahren mit Fahrrädern ist auf ihm erlaubt, unter der Bedingung, dass Fußgänger nicht gefährdet werden. Kraftfahrzeuge und Pferde sind verboten.

Der Weg wird auch als "Grüner Ring" und als "Weg entlang des Stacheldrahtes" bezeichnet. Es handelt sich überwiegend um einen Sandweg, einige Abschnitte führen aber auch durch besiedelte Stadtbereiche und sind stellenweise asphaltiert. Mehrere Wegabschnitte sind von Bäumen gesäumt. Der Wegverlauf ist auf Tafeln dargestellt und es sind runde Metallzeichen als Wegweiser in den Boden eingebaut. Neben dem Weg stehen Gedenksteine, die die Standorte der ehemaligen Bunker kennzeichnen.

Die beliebtesten Wegabschnitte verlaufen zwischen folgenden Stadtvierteln:

  • von Vič nach Šiška (von Dolgi most bis zum Teich von Koseze)
  • von Bežigrad bis Žale (vom Sportpark Stožice bis zum Friedhof Žale)
  • von Fužine bis Rudnik (bis zum Schloss Fužine bis zur Straße Dolenjska cesta); dieser Abschnitt führt über den Waldhügel Golovec, der zahlreiche Möglichkeiten für Sport und Erholung im Freien bietet.

Wanderung auf dem "Weg entlang des Stacheldrahtes"

An der Wanderung, die alljährlich am ersten Samstag nach dem 9. Mai (Ljubljanas Stadtfeiertag) stattfindet, nehmen zahlreiche Freizeitsportler aller Generationen teil. Wer etwas anspruchsvollere Sportaktivitäten liebt, kann am Dreierlauf auf 28 oder 12 km langen Strecken (für Kinder: 3 km) teilnehmen. Der Lauf wird mit einer Veranstaltung in Ljubljanas Stadtmitte abgeschlossen.

Stacheldrahtumzäuntes Ljubljana (1942-1945)

Die Widerstandsbewegung OF (Befreiungsfront des slowenischen Volkes) wurde am 27. April 1941 gegründet. Ljubljana wurde zum Mittelpunkt des Widerstands, weshalb die italienische Besatzungsmacht im Jahre 1942 die Stadt mit Stacheldraht umgab, um sie vom Hinterland abzutrennen.

Entlang der Stacheldrahtlinie wurden 206 Wachtürme und Bunker gebaut. Sie wurde von ca. 1.300 Soldaten und 400 Polizisten bewacht, die an den Durchgangsstellen alle kontrollierten, die in die Stadt kamen bzw. die Stadt verließen. Als das faschistische Italien 1943 kapitulierte, wurde die Sperrlinie von der deutschen Wehrmacht übernommen. Die Befreiungsarmee marschierte am 9. Mai 1945 nach Ljubljana ein – nach 1.170 Tagen Stacheldrahtabsperrung. Der Bau des "Weges der Erinnerungen und der Kameradschaft" wurde bald nach dem Krieg begonnen und 1985 fertiggestellt.

Interessantes am Weg

Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Weges sind die Friedhofsanlage Žale mit einem Komplex von Totenkapellen (ein Werk des weltberühmten Architekten Jože Plečnik) sowie das Schloss Fužine, in welchem sich das Museum für Architektur und Design befindet.

Auf den Wegabschnitten, die am Stadtrand entlang verlaufen, kann man die schöne Natur bewundern. Besonders beliebt ist der Waldhügel Golovec, sehenswert ist auch der Teich von Koseze. In schneereichen Wintern sind stellenweise Langlaufstrecken entlang des Weges angelegt. Besonders an Wegabschnitten, die durch besiedelte Gebiete führen, können Sie in nahe befindlichen Bars oder Restaurants Halt machen.

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